Rückkehr des Wolfes

Leserbrief zum Thema

"Rückkehr des Wolfes: Politik soll endlich handeln"
BZ vom 29. April 2015

Autor:
Frank Höhl
Pfingsthorn 6
29643 Neuenkirchen

Beim Lesen des oben genannten Artikel fiel mir der Schlusssatz einer Veröffentlichung in der F.A.Z. vom 14. Februar 2005 zu einem ähnlichen Thema wieder ein, nämlich "der Wolf hat eine politische Lobby, das Kaninchen nicht", den ich mir damals notiert hatte:

"Die ökologische Bewegung wurzelt nicht in dem seit Jahrzehnten auf dem Lande bereits praktizierten und akzeptierten angewandten Naturschutz, sondern in den Wunschvorstellungen einer städtisch geprägten Bevölkerung, die das Verhältnis zur Natur lange verloren hat. Dies erklärt ihre praxisfernen Vorstellungen und führt zu einer überbordenden Bürokratie und Regelungswut im Naturschutz, die die Betroffenen vor Ort zunehmend als Willkür empfinden. Eine Inflation von Verboten, Genehmigungs- und Erlaubnisvorbehalten entmündigt die Menschen auf dem Land. Wir sind schon längst auf dem Weg zu einer Diktatur der Stadt über das Land. Die kopfstärkere städtische Bevölkerung überstimmt die zahlenmäßig geringere Landbevölkerung."

Der Koalitionspartner SPD in den heutigen rot-grünen Koalitionen sieht diesem Treiben in Bund und Land nicht nur zu, sondern fördert es auch. Regelmäßig erhalten die Grünen als Lohn für politisches Wohlverhalten auf anderen Gebieten die Landbevölkerung zum Fraße vorgeworfen, um ihre ökoideologischen Vorstellungen, sei es in der Energiepolitik, der Landwirtschaft oder sei es im Naturschutz, ausleben zu dürfen. Die Politik kalkulierte nüchtern mit dem Wählerpotential im ländlichen Raum. Schützenhilfe erhielt und erhält Rot-Grün in Bund und Land durch die etablierten Umweltverbände. Diese selbsternannten Wohltäter der Natur pflegen ein Bild derselben, das von romantischer Verklärtheit und nicht von der Realität bestimmt ist. Dass die heutige, als schützenswert empfundene Natur nicht Wildnis, sondern Kulturlandschaft und damit das Ergebnis menschlicher Arbeit ist, wird geleugnet. Die Natur muss nicht vor den seit Generationen dort wirtschaftenden Menschen geschützt werden.

Bei den Menschen auf dem Land verbreitet sich ein Gefühl von Ohnmacht. Sie fühlen sich von den verantwortlichen Politikern nicht nur im Stich gelassen, sondern weltfremden Ideologen aus dem städtischen Umfeld ausgeliefert. Inzwischen wird wieder deutlich, dass die Landbevölkerung auch hier die Zeche zahlt. Jetzt haben wir eine explodierende Wolfspopulation und das ist nur der Anfang.

Das Jahr 1648 lässt grüßen, damals gab es ein ähnliches Problem.

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